Projekt intergenerationelle Begegnungen
Freundeskreis Tina Modotti Archiv e. V.
TINA MODOTTI Tina Modotti  - gilt als eine der faszinierendsten Frauengestalten des  20.Jahrhunderts. Schön, intelligent und engagiert wurde sie von d en Künstlern und  Intellektuellen ihrer Zeit verehrt: Pablo Neruda, Frida Kahlo und Diego Rivera zählten  zu ihren engen Freunden.  Tina Modotti wird 1896 in Udine geboren. 1913 wandert ihre Familie nach San  Francisco aus. 1918 zieht sie mit ihrem ersten Man n, dem Maler und Dichter Roubaix  Richey, nach Los Angeles. Sie bekommt Rollen in mehreren Stummfilmen.  Nach dem Tod ihres Mannes verliebt sie sich in den amerikanischen Fotografen  Edward Weston und geht mit ihm nach Mexico. 1923 veröffentlicht er Tabu  brechende Aktfotos von ihr, die einen Skandal auslösen. Von Weston lernt Modotti  das Fotografieren  – ihre Originalabzüge werden heute für bis zu 190.000 Doll ar  gehandelt.  Ihr Interesse galt zunächst Stilleben aus Pflanzen wie Rosen und Kakteen, die sie in  surrealer Symbolik fotografierte. Doch ihr zunehmendes politisches Engagement im  revolutionären Mexiko spiegelte sich auch in der verstärkten Hinwendung zum Menschenbild. Schon bald dominierten städtische Strassenszenen und soziale  Studien der Landbevölkerung ihr Schaffen. Ihr Porträt - und Genre - Schaffen, vor  allem die Abteilung "Mutter und Kind" und Kinderbilder, zeigen zeitlos gültige  Lösungen. Das Geheimni s ihrer Werke lag darin, dass sie, mit dem Blick der Güte,  die Welt sichtbarer machten“, lobte der „rasende Reporter“ Egon Erwin Kisch die  Einzigartigkeit ihrer Aufnahmen.  (Scan courtesy of  Masters of Photograp hy )  Als auf den neu gewählten mexikanischen Präsidenten ein Anschlag verübt wird,  muss die bekennende Kommunistin Modotti das Land verlassen. Sie beginnt eine  Affäre mit dem kubanischen Revolutionär Julio Mella. Als er ermordet wird, reist sie  nach Europa und Moskau  – die Kamera immer im Gepäck. Besonders bemühte sie  sich um die Schwächsten der Gesellschaft  - die Kinder. Sie unterstützte Kinderheime in  aller Welt und propagierte unsere Aufgabe gegenüber den Kindern. Sie war ein Idol  der Frauenbewegung und Vork ämpferin für die Emanzipation und gilt in aller Welt als  Heldin der Linken, als eine Jeanne d'Arc mit Fotoapparat" (Neue Zürcher), vor allem  war sie  - eine Größe. Zahlreiche Mythen rankten sich in den 30er - Jahren um das  Leben der außergewöhnlichen Frau. Si e sei in Morde verwickelt gewesen, hätte als  Agentin für Stalin spioniert und sei letztlich vergiftet worden  – so die Mutmaßungen.  Tina Modotti starb 1942 in Mexiko in einem Taxi auf dem Heimweg von einer  Dinnerparty.